Die Allee des Monats

Jeden Monat präsentiert die Fachgruppe Kulturlandschaft des NHB aus den erfassten Alleen des vergangenen Monats eine besondere Allee, die sie mit dem Titel Allee des Monats kürt.

Die Allee des Monats Januar/Februar 2017 ist die historische Eichenallee in Neuhaus/Solling!

Diese über 260 Jahre beeindruckende alte Allee steht stellvertretend für das Mitte des 18. Jahrhunderts durch Johann Georg von Langen angelegte und mindestens niedersachsenweit einzigartige System von Eichenalleen, das in Teilen noch erhalten ist. Die Anlage der Alleen stand um 1750 in Zusammenhang mit der Vermessung und Neueinteilung der Forsten im Solling sowie der erstmaligen Anlage neuer, gerader Wege.
Die Niedersächsische Landesforsten im Solling erhalten und ergänzen die Eichenalleen, auch um die Eichenbestände miteinander zu verbinden und die Lebensräume spezialisierter Bewohner alter Eichen wie Mittelspecht und Hirschkäfer zu vernetzen. In einem Patenschaftsprojekt zwischen dem Forstamt Neuhaus und der Georg-von-Langen-Schule in Holzminden pflanzen auch die Absolventen der Abschlussjahrgänge Alleebäume, um auch langfristig die typischen Eichenalleen zu erhalten.

Foto: A. Hoppe.


Allee des Monats Dezember 2016

Zum letzen Mal in diesem Jahr präsentieren wir die Allee des Monats: die Sommerlindenallee in Marxen im Landkreis Harburg wird zur Allee des Monats Dezember 2016.

Aufgrund ihrer Geschlossenheit und landschaftsprägenden Wirkung zählt sie zweifellos zu den wertvollsten Alleen im Nordosten Niedersachsens. Besonders an klassifizierten Straßen (Bundes, Landes- und Kreisstraßen) sind solche Alleen sehr selten geworden. Die meisten Alleen sind dem Ausbau der Straßen in den 1950er bis 1970er Jahren zum Opfer gefallen. Um so bemerkenswerter ist es, dass der Landkreis Harburg seit Jahren systematisch anhand eines „Leitfadens zum Erhalt und Schutz von Alleen und Baumreihen im Landkreis Harburg“ Nachpflanzungen von Straßenbäumen durchführt.
An der jetzt ausgezeichneten, 1,3 Kilometer langen Allee erfolgte im Winter 2015/2016 eine Nachpflanzung von 44 Bäumen. Insgesamt sind im Kreisgebiet seit dem Winter 2011/2012 an 14 Alleenabschnitten an Kreisstraßen insgesamt 660 Bäume nachgepflanzt worden, als Kompensation für aus Gründen der Verkehrssicherheit gefällte Bäume oder auch als Ausgleichsmaßnahme von Neuversiegelungen.
Diese Vorgehensweise sollte beispielgebend für viele weitere Kommunen sowie das Land und den Bund sein.

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Verlauf der Allee zwischen Marxen und Schmalenfelde. Foto: A. Hoppe.


Allee des Monats November 2016

Heute präsentieren wir Ihnen die Allee des Monats November 2016: Es handelt sich um die Meedenstraße in Varel-Moorhausen im Landkreis Friesland!

Bei der fast wie eine gotische Kathedrale wirkenden Allee handelt sich um eine dammartig angelegte und gepflasterte Moorstraße, die auf einer Länge von 2400 m von mehr als 100-jährigen dicht an dicht stehenden Eichen flankiert wird, die mit ihren tiefreichenden Wurzeln zur Stabilität der Allee auf dem weichen Mooruntergrund maßgeblich beitragen. Der Name dieser Allee „Meedenstraße“ ist herzuleiten von Mehde – Mähde – Mahd, Namen für Wiesen/Mähland.
Die sechzehn in Varel vorkommenden Mooralleen sind durch zunehmenden Verkehr gefährdet, weil die Fahrbahnen in Teilen einsinken können.

Die Erfassung dieser Allee und die wunderbaren Fotos sind Heidrun Heinze von der NABU-Ortsgruppe Varel zu verdanken, die zusammen mit Elsbeth Lohmann allein im Gebiet der Stadt Varel 42 Alleen mit einer Gesamtlänge von fast 35 Kilometern sowie zahlreiche weitere in den angrenzenden Gemeinden sowie im Landkreis Ammerland dokumentiert hat. Wir freuen uns sehr und bedanken uns herzlich für das großartige Engagement!

 

Fotos: Heidrun Heinze, Varel


Allee des Monats Oktober 2016

Die Graf-Stolberg-Allee in Melle-Sondermühlen im Landkreis Osnabrück ist die Allee des Monats Oktober 2016. Benannt ist die Allee nach dem Dichter Friedrich Leopold Graf zu Stolberg, der 1819 auf Gut Sondermühlen starb. Die wunderbare vierreihige Allee aus ca. 170-jährigen Stiel-Eichen führt von der ehemaligen barocken Gartenanlage des Gutes Sondermühlen bis zum Sondermühlener Holz, durch das sich die Allee bei ihrer Anlage im frühen 18. Jahrhundert in mehrere Wegstrahlen verzweigte. Von diesen Alleeverläufen im Wald, die neben der Funktion als Zuwegung wohl auch der Jagd dienten, sind noch zwei Wege vorhanden. In der Mitte der Allee verläuft der Fahrweg, der bei der Anlage hohlwegartig vertieft wurde, um einen durchgehenden Blick bis in den Wald zu haben. Auf beiden Seiten verläuft zwischen den Baumreihen ein schmaler Fuß- bzw. Reitweg.
Nach dem Erwerb des Gutes Sondermühlen durch den Grafen von Platen Hallermund im Jahr 1972 konnte seine Tochter Sabine Freifrau von Richthofen im Jahr 2005 die Allee erwerben, die seit der Säkularisierung im Besitz des Landes Niedersachsen war. Die Allee wurde seither umfassend saniert, von der Naturverjüngung befreit und nachgepflanzt. Die durch eine Hochspannungsleitung entstandene Lücke ist mit Holländischer- und Sommer-Linde bepflanzt. Aufgrund der Höhenbegrenzung unter der Freileitung sollen die Linden als girlandenartige Festonallee geformt werden. Als Einzelbäume begleiten die Allee auch Vogel-Kirschen und Rotbuchen. Am Beginn der Allee stehen als eine Art Entrée auf jeder Seite Rosskastanien.

Fotos: A. Hoppe.


Allee des Monats September 2016

Die aktuelle Allee des Monats ist kulturhistorisch besonders spannend und wertvoll:
Der Hubeweg folgt in weiten Teilen der mittelalterlichen Heerstraße Richtung Hannover über den Höhenzug Hube, die zugleich wichtiger Handelsweg war. Um 1775 entstand auf dieser Trasse eine moderne, von einer Allee begleitete Chaussee, die nur auf den besonders steilen Strecken in der Stadt Einbeck und unmittelbar nördlich davon abwich. Von dieser Allee berichtet der Reisende Christoph Meiners in seinem Reisenotizen bereits 1788 von den „regelmässigen schon in grosser Ferne prangenden Reihen von Bäumen, womit sie bepflanzt ist…“
Von diesen Bäumen der ersten Generation sind noch eine große Anzahl in der Allee vorhanden. Dabei handelt es sich um Sommerlinden, die einen Durchmesser bis über einen Meter haben. Diesen alten Bäume zeigen Merkmale einer früheren Schneitelung, d.h. sie sind wie Kopfweiden in ca. 3-4 m Höhe geschnitten worden, möglicherweise um das Laub als Futter und die Äste als Brennholz zu verwenden, wie es früher üblich war.
Die nachgepflanzten Alleebäume bestehen meist aus Holländischen Linden oder aus Rosskastanien.
Bis in das 19. Jahrhundert hinein wurden die Chausseen, so wie der Hubeweg auch, in möglichst gerader Strecke auch über Höhenzüge gebaut, auch wenn die Unfallgefahr hoch war. Zwischen 1827 und 1830 entstand die Kuventhaler Chaussee, die westliche Umleitung der Hube, auf der heute noch die B3 verläuft. Als Verkehrsweg verlor der Hubeweg an Bedeutung, die Allee blieb dadurch erhalten.

Fotos: A. Hoppe.


Allee des Monats August 2016

Die aktuelle Allee des Monats ist die Sommerlindenallee am Weyerberg in Worpswede, die schon zu Zeiten von Heinrich Vogeler, Paula Modersohn und Fritz Mackensen existent war. Sie führt am Kaffee Worpswede (von Bernhard Hoetger 1925) und an der Kaseglocke (nach Plänen von Bruno Taut 1926) vorbei. Sie ist dreireihig, zwei Reihen begleiten die Straße, mit einer weiteren Reihe wird der Fußweg abgeschlossen.

Fotos: A. Hoppe.


Allee des Monats Juni/Juli 2016

Aufgrund der kleinen Sommerpause erscheint die aktuelle Allee des Monats erst jetzt: es handelt sich dabei um eine höchst ungewöhnliche und für Niedersachsen einzigartige Allee aus Sumpfzypressen, die in der Mitte von Rhododendren begleitet werden und direkt auf das Schloss zuführt. Im Rahmen des Projektes ist es ist die erste Nadelbaumallee überhaupt in Niedersachsen.

Die Rhododendren sind inzwischen gut 100 Jahre alt, die Sumpfzypressen noch deutlich älter. Möglicherweise erfolgte die Pflanzung dieser aus Nordamerika stammenden Baumart, weil sie den in Hagenburg vorhandenen feuchten Boden sehr gut verträgt und dazu spezielle oberirdische Wurzeln (sog. Atemknie) ausbilden, die der Versorgung der Wurzeln mit Sauerstoff sowie der Verankerung im weichen Boden dienen.

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Foto: A. Hoppe.


Allee des Monats Mai 2016

Zum letzten Post passt auch die Allee des Monats Mai 2016: Nördlich von Hunteburg, in einem ehemaligen Niedermoorgebiet, den Dammer Wiesen, verläuft eine Allee aus ca. 90-jähriger Schwedischer Mehlbeere durch das Gebiet. Die ganze Allee steht gerade in Vollblüte und summt geradezu vor lauter Bienen und verströmt einen angenehmen, fast betörenden Duft ( = Blühende Alleen VI).

13317012_1174428622649301_565736066420916333_oFoto: A. Hoppe.


Allee des Monats April 2016

Mit etwas Verzögerung kommt unsere Allee des Monats April 2016, eine Birnbaumallee bei Vockfey im Amt Neuhaus im Landkreis Lüneburg. Sie steht auch stellvertretend für die vielen schönen Obstbaumalleen, die dort noch erhalten sind und fachgerecht gepflegt
werden.

Birnbaumallee Vockfey Amt NeuhausFoto: A. Hoppe


Allee des Monats März 2016

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Foto: C. van der Elst


Allee des Monats Februar 2016

Unsere Allee des Monats Februar 2016 ist die von Linden gesäumte Roedenbeckstraße (Kreisstraße 6), die durch Badenermoor bei Achim (Landkreis Verden) führt. Die Lindenallee besticht dabei durch ihre Geschlossenheit auf mehr als zwei Kilometern Länge. Man fährt im Sommer auf weiter Strecke wie in einem grünen Tunnel. Zudem wird sie regelmäßig gepflegt und Lücken werden nachgepflanzt.

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Foto: A. Heinze


Allee des Monats Januar 2016

Die Lindenallee am Maschsee in Hannover ist die Allee des Monats Januar 2016. Die auf mehr als 2,5 km Länge an der Ostseite des Maschsees und am Rudolf-von-Bennigsen-Ufer verlaufende Allee entstand bereits um den Beginn des 20. Jahrhunderts im Zusammenhang mit der Errichtung des Maschparks und des Neuen Rathauses. Sie ist damit älter als der 1934-1936 entstandene Maschsee. Sie steht unter Denkmalschutz.

IMG 5564Foto: A. Hoppe.


Allee des Monats Dezember 2015

Allee des Monats Dezember 2015 ist eine Lindenallee, die zum Ehrenmal für die Gefallenen der Weltkriege am Kahlberg bei Kalefeld (Bad Gandersheim) führt. Im Ersten Weltkrieg starben im kleinen Ort Kalefeld 42 Männer. Die Gemeinde in den Jahren nach dem 1. Weltkrieg den Beschluss fasste, ein Ehrenmal für die 42 im Krieg gefallenen Männer der Ortschaft zu errichten, wurden für jeden Gefallenen ein Baum gepflanzt. Über diese Lindenallee führt der Weg über eine in die Felsen geschlagene Aufgangstreppe zum Ehrenmal. Heute sind noch 36 Bäume vorhanden.

Kalefeld 064 Susanne Oppermann2mFoto: S. Oppermann.


Allee des Monats November 2015

Unsere Allee des Monats November 2015 ist eine Lindenallee an einer Klinkerstraße in Werlte im Emsland. Sie ist zwar erst Anfang der 1950er Jahre entstanden, aber prägt bereits die Landschaft. Sehr beeindruckend und inzwischen selten geworden ist auch der Straßenbelag aus Klinkerpflaster.

IMG 5221 Klinkerpflasterstraße Werlte mFoto: A. Hoppe.


Allee des Monats Oktober 2015

Die Allee des Monats Oktober 2015 ist eine ganz besondere: Die Allee aus Sommerlinden beeindruckt durch ihre Schieflage. Sie steht auf einem Sanddamm, der in das Moor als Zufahrt zur Wasserburg Alt-Barenaue gebaut wurde. Die Linden gerieten aufgrund des weichen Moorbodens und des Gewichts der Baumkronen in Schräglage. Die Lindenallee Alt-Barenaue ist bereits seit 1936 Naturdenkmal.

IMG 4951 Barenaue mFoto: A. Hoppe.


Allee des Monats September 2015

Allee des Monats September 2015 ist die etwa einen Kilometer lange, geschlossene, ältere Apfelbaumallee in Mariensee bei Neustadt in der Region Hannover. Obstbaumalleen sind in Niedersachsen selten geworden, das gilt besonders für die Geestgebiete nördlich einer Linie Osnabrück-Braunschweig (mit Ausnahme des Amtes Neuhaus).

0002ApfelbaumalleeMarienseeFoto: A. Hoppe


Allee des Monats August 2015

Allee des Monats August 2015 ist die Allee an Reininger Straße in Hunteburg. Sie Allee besteht überwiegend aus Winterlinden. Alle Zufahrtsstraßen in Hunteburg sind mit Alleen bestanden, das macht Hunteburg zu einer Besonderheit unter den niedersächsische Orten. Dank einer Bürgerinitiative vor Ort ist es gelungen, den Alleedorfcharakter von Hunteburg bisher weitgehend zu bewahren.

IMG 5022 Reininger Straße hunteburg mFoto: A. Hoppe.


Allee des Monats Juli 2015

Allee des Monats Juli 2015 ist die aus alten Sommerlinden mit einzelnen Eichen aufgebaute malerische Allee am Bantelner Kirchweg. Sie zeichnet sich im mittleren Teil durch ihre Lage am Steilufer der Leine aus. Direkt am Kirchweg zwischen den beiden Orten lag im Mittelalter das Dorf Feldberg, dessen ehemalige umgebaute Kirche heute als Friedhofskapelle dient. Die als Natur- und Kulturdenkmal geschütze Allee ist in einem guten Zustand, abgängige Bäume werden umgehend nachgepflanzt.

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Foto: A. Hoppe.